|
Dass in Äpfeln, Tomaten und Paprika Pestizide enthalten sind, ist schon schlimm genug. Noch schlimmer ist, wenn es sich dabei um Spritzgifte handelt, deren Einsatz hierzulande verboten ist, weil sie im Vergleich zu den herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln noch gefährlicher sind. Doch solche Fälle sind keine Seltenheit: Die Umweltschützer von Greenpeace haben in Supermärkten Obst und Gemüse aus deutschem Anbau eingekauft und dabei in fast einem Drittel der Proben Pestizide gefunden, die in Deutschland nicht eingesetzt werden dürfen. In einigen Paprika-Proben aus Spanien war sogar ein extrem gefährliches Insektengift gefunden wurden, das aus China stammt und selbst dort nicht erlaubt ist.
Zehn verbotene Spritzmittel
Von den 84 eingekauften Gemüse- und Obstproben waren 24 mit illegalen Pestiziden belastet. Zehn Proben enthielten Wirkstoffe, die in Deutschland verboten sind. Bei 14 Proben war die Verwendung des Spritzmittels für das entsprechende Obst oder Gemüse verboten. Die illegalen Wirkstoffe waren vor allem in Äpfeln, Kopfsalaten, Tomaten und Rucola enthalten. Fündig wurden die Umweltschützer bei Waren von Edeka, Aldi, Lidl, Tengelmann und Kaufhof, aber auch bei Karstadt, Rewe und Real. Der Einsatz dieser Pestizide ist in Deutschland nicht ohne Grund illegal: Sie sind entweder krebserregend oder wirken wie Hormone auf den menschlichen Körper. "Sind verbotene Substanzen in Lebensmitteln enthalten, verbietet das Gesetz den Verkauf der Ware", erklärt Greenpeace-Sprecher Martin Hofstetter. Zehn verbotene Pestizide in einer Tomate
Trauriger Spitzenreiter bei den untersuchten Gemüsesorten war eine Probe mit Tomaten aus einem Edeka Markt in Stuttgart, hergestellt vom Gemüsering Lampertheim in Südhessen. Hier fanden die Umweltschützer zehn verbotene Pestizide. Vier waren generell in Deutschland verboten, sechs weitere durften nicht bei Tomaten eingesetzt werden. Greenpeace rät Verbrauchern, Bio-Ware zu kaufen, die sei frei von künstlichen Pflanzenschutzmitteln. Insektengifte in Paprika aus Spanien
Ein weiterer gravierender Fall zeigte sich bei Paprika aus Spanien: Darin fanden die Umweltschützer das Insektengift Isofenphos-Methyl, das in der EU nicht zugelassen ist. Die Umweltschützer vermuten, dass das Gift illegal aus China eingeschleust wurde. Die Verwendung des Mittels ist selbst in China verboten! Bereits im Dezember warnten die Lebensmittelbehörden in Baden-Württemberg vor Paprika aus Spanien. "Doch trotz der Warnmeldung haben wir das Gift noch Mitte Januar bei Paprika gefunden, die wir in Hamburger Supermärkten gekauft haben", sagt Hofstetter. Betroffen waren Filialen von Kaufhof, Wal-Mart und Rewe. Bauern kaufen illegale Spritzmittel
Wie kommen die verbotenen Pestizide in die Hände der Gemüsebauern? Recherchen von Greenpeace ergaben im Herbst 2006, dass es besonders in Süddeutschland Händler gebe, die illegale Spritzmittel an Bauern verkaufen. Die Umweltschützer waren damals als getarnte Landwirte unterwegs und konnten von elf Agrarhändlern Pestizide erwerben, die in Deutschland und der EU verboten sind. Biogemüse ist bestimmt die bessere Lösung...
|