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Es ist Aufbruchstimmung! Überall sickern bei den verschiedensten Menschen Erkenntnisse durch. Auch in der Landwirtschaft, wo ich das allerdings nicht so schnell erwartet hätte. Da stelle ich doch fest, dass auf den Äckern rund um unser Dorf plötzlich vielmehr Gemüse angebaut wird. Also direkt für den menschlichen Verzehr. So, wie ich mir das immer vorgestellt habe.
So wie ich das sehen kann, stellt die jetzige Phase der Veränderung die Landwirte vor enorme Herausforderungen. Einerseits realisieren die meisten Leute, vor allem auch die Landwirte, zum Teil noch unbewusst, dass auf der Fleisch und Milchproduktion so etwas wie ein Fluch lastet. Die Tiere sterben plötzlich weg, oder sie werden krank, ja sogar ganze Epidemien, siehe Rinder, Geflügel, und so weiter.
Es werden auch immer mehr Proteste laut, wenn zum Beispiel Jauche auf die Felder ausgebracht wird. Es werden, zumindest in der Schweiz, immer höhere Anforderungen an die Tierhaltung gestellt, die beinahe nicht mehr wirtschaftlich erfüllt werden können. Der Fleischkonsum geht stetig zurück.
Toll, könnte man sagen. Aber auf der andern Seite finde ich es ein bisschen schade, dass die Veränderungen nur unter diesem gewaltigen Druck statt finden. Es treibt einige Menschen in Existenznot. Das kenne ich aus Erfahrung und weiss, was das heisst. Da ist nebst viel Mut auch Selbstvertrauen angesagt. Bei mir waren es Erkenntnisse, die dazu geführt haben. (Meine Geschichte habe ich im Buch, Rohkost die lebendige Nahrung aufgeschrieben.)
Letzthin war ich in einem Stall, wo eine Ziege drei junge Zicklein hatte. Gott, waren die niedlich. Ich spielte ein bisschen mit ihnen. Es war überwältigend, welche Lebensfreude aus ihnen heraussprudelte. Diese Augen waren so voller Lebenserwartung, voll von Hoffnung und Neugierde. Ihre Mutter war so mütterlich fürsorglich.... Und dann musste ich erfahren, dass diese drolligen kleinen Tierkinder die Ostertage nicht überleben.
Für mich war es einerseits herzzerreissend, aber anderseits hatte ich auch mit dem Menschen Verständnis. Bevor eine heftige Reaktion kam, erinnerte ich mich an die Zeit, wo auch ich in meinem Restaurant, meinen Gästen gebratene Zicklein aufgetischt habe. Ich hätte damals heftige Kritik verurteilt und abgelehnt. „Und wer von uns ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein."
Auf meine Bemerkung, dass es schade sei, diese Leben einfach so aus zu löschen, kam die Frage vom Landwirt, „ja was würdest du denn sonst damit machen, man kann ja nicht alle Tiere behalten."
„Ich, ich würde aus der Situation lernen" erwiderte ich ihm. Ende der Diskussion.
Ich habe Landwirte in meiner Kundschaft, die mich aus gesundheitlichen Gründen aufsuchen. Auf der einen Seite ist es nicht einfach für sie zu realisieren, dass sie von diesen Produkten krank werden, die sie selbst produzieren, aber auf der andern Seite, kommt in den Gesprächen auch sehr viel Mut und Vertrauen und Innovation zum Vorschein, die mehr als Hoffnung erweckend sind.
In Deutschland, Österreich und in der Schweiz gibt es eine Organisation, die Kooperation mit der Natur heisst. Da arbeiten Landwirte und Gärtner mit erstaunlichen Methoden und das sehr erfolgreich. Eine Sache die wärmstens zu empfehlen ist, denn darin liegt die Zukunft. Für weitere Infos: Tel. Tel.: 0049 (0)9733 65 35 oder http://www.naturkooperation.org/
Übrigens, da wir schon bei den tierischen Produkten sind, habe ich noch eine erstaunliche Erfahrung gemacht. Ich wollte mal sehen, was passiert, wenn ich wieder einmal Käse essen würde. Dabei habe ich folgendes festgestellt: Ich wurde sofort müde und hatte ein belastendes Unwohlsein im Magen. Ich hatte für den Rest des Tages keine Lust mehr auf Früchte und Gemüse. Was mich aber am meisten verwunderte war, dass mein Stuhl, der normalerweise einen leicht milchsäuerlichen Geruch hat und frei ist von üblen Nebengerüchen, nun plötzlich stank. Es roch wie die faulenden Exkremente der Kühe im Jaucheloch.
Zuerst traute ich meiner Nase nicht, aber als ich das Experiment wiederholte, war immer wieder die gleiche Reaktion feststellbar.
Fazit: Wenn ein Nahrungsmittel in meinem Verdauungstrakt anfängt so zu stinken, dann kann mir keiner weismachen, dass es für mich gesund sein soll.
Mut, Vertrauen in das Leben und Optimismus sind jetzt Trumpf.
Ein Optimist ist ein Mensch, der, während er entzückt einen Sonnenuntergang bestaunt, sich bereits auf den Sonnenaufgang freut.
Wer ehrlich entschieden hat, eine Veränderung zu Gunsten des Lebens vor zu nehmen, dem wird das Leben alles zuspielen, was dazu notwendig ist, und das genau im richtigen Moment.
Und hier spiele ich den Lebenden noch ein paar Rezepte zu:
Löwenzahnsuppe
1 St. Avocado
3 TA Wasser
10 mittlere Löwenzahnblätter
4 Löwenzahnblüten
1 MS Muskat
1TL Edelhefe
1 Prise Oregano
NB Kristallsalz
Bis auf die Blüten alle Zutaten in den Mixer geben und pürieren. Die Blüten werden als Garnitur benötigt. Sie sind essbar. Entweder man schneidet die Blütenblätter am Kelchboden entlang ab und streut sie auf die Suppe oder man gibt die ganze Blüte darauf.
Feldsalat auf bäuerliche Art
200g Feldsalat
½ Blumenkohl
1 St. Avocado
etwas Ruccola
2 EL Wasser
1 TL Reformsenf
4 EL Nussöl
1 TL Edelhefe
NB Kristallsalz
Den Blumenkohl durch die Röstiraffel lassen. Den Ruccola fein schneiden. Die Avocado in Würfel schneiden. Dann das Wasser mit dem Senf verrühren und die Gewürze und das Öl dazugeben. Dann alles in eine Schüssel geben und sorgfältig vermengen.
Das Gericht kann mit Huflattichblüten und Gänseblümchen garniert werden.
PS: An Stelle von 4 EL Nussöl können auch nur 2 EL genommen werden und dafür zusätzlich 2 EL Rapsöl
Chinakohl mit Roggenklösschen
1 St. mittlerer Chinakohl
1 St. Orange
1 TA Currymayonnaise aus Mandeln
1 TA Roggenkeimlinge
etwas Edelhefe
etwas Kristallsalz
3 St. Erdbeeren.
Die Roggenkeimlinge im Cutter fein verarbeiten, oder durch den Fleischwolf drehen. Dann würzen mit Kristallsalz und Edelhefe und gut verkneten, biss es eine formbare Masse gibt. Die Masse zu einer Schlange abdrehen und in1/2 cm lange Stücke schneiden. Den Chinakohl fein schneiden. Die Orange in kleine Würfel schneiden. Den Chinakohl und die Orangen mit den Roggenklösschen in eine Schüssel geben. Dann die Currymayonnaise dazugeben und behutsam mischen. Mit den Erdbeeren ausgarnieren.
PS: Die Currymayonnaise steht im Buch Rohkost die lebendige Nahrung und wurde auch schon im WA rezeptiert. An Stelle von Mayonnaise kann auch eine Sauce mit Olivenöl, Salz, Edelhefe und Curry hergestellt werden.
Gehackter Broccoli
2 St. Broccoli je nach Grösse
2 St. Tomaten
1 TA Linsenkeimlinge
2 EL Mandeln gemahlen
½ TA Maiskeimöl
1 LS Oregano
etwas Tamari (Soyasauce)
NB Kristallsalz
Den Broccoli durch den Wolf treiben (grosse Scheibe), oder im Cutter zerkleinern. Die Tomaten im Mixer pürieren. Die Mandeln dazu geben und während laufendem Mixer das Öl langsam einfliessen lassen. Nun die Gewürze beigeben und kurz laufen lassen. Die so entstandene Sauce mit dem Broccoli und den Keimlingen mischen. Im Frühling kann man auch mit Gänseblümchen oder Löwenzahn garnieren. Im Sommer/Herbst würde ich z.B. Radieschen nehmen.
Kürbiskernpaste
1 TA Kürbiskerne
1 EL Sonnenblumenkerne
2 TA Wasser
2 EL Haferflocken frisch gequetscht
1 LS Currypulver
2 TL Edelhefe
NB Kristallsalz
Die Kürbis- und Sonnenblumenkerne 4Std einweichen und über Nacht ankeimen lassen. Diese Kerne dann mit den Gewürzen und dem Wasser im Mixer zu einer feinen Masse verarbeiten. Dann diese Masse in eine Schüssel geben und die Haferflocken darunter mischen. Diese Paste etwa ½ Std. stehen lassen. Diese Paste ist eine deftige Beilage, die auch hilft Fressattacken zu verhindern.
Erdbeercrème
250g Erdbeeren
1 St. Bananen
1 El Mandelpüree
NB etwas Honig
Ein paar Erdbeeren zum ausgarnieren auf die Seite legen. Die restlichen Erdbeeren mit den übrigen Zutaten im Mixer pürieren. Die so entstandene Crème anrichten, ausgarnieren und sofort servieren.
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