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Der Artikel von Alika Lindbergh hat meine ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ich möchte Ihnen hier ihre Gedanken zu den GVOs(gentechnisch veränderte Organismen) weitergeben.
(aus dem Französischen übertragen von Judith Weber)
erschienen im JOURNAL FRANZ WEBER No 69 (Juli/Aug./Sept. 2004)
Vom manipulierten Saatgut zur biologischen Kriegsführung:
Die tödliche Gefahr der GVOs
von Alika Lindbergh
(aus dem Französischen übertragen)
Nicht nur widerstrebt es mir im höchsten Masse, die gentechnische Veränderung irgend eines lebenden Organismus in Erwägung zu ziehen, ich wehre mich überhaupt vehement dagegen, dass uns die GVOs – gentechnisch veränderte Organismen – von anonymen Machtgebilden aufgezwungen werden, die ausschliesslich in ihrem eigenen Interesse handeln. Für diese undurchschaubaren, ungreifbaren Gebilde, die irgendwo über unseren Köpfen agieren, geht es um einen der grössten und profitträchtigsten Märkte aller Zeiten. Es geht ihnen um Geld, um unvorstellbar viel Geld.
Gewiss, ich stamme aus einer anderen Zeit, und ich glaube noch immer an Werte, die heute schwer bedroht sind. Doch merkwürdigerweise ist meine siebzehnjährige Stieftochter, die sich über die GVOs genau informiert hat und die seltene Eigenschaft besitzt, nicht jede Weisheit widerspruchslos zu schlucken, zum selben Schluss gekommen – und dies trotz dem humanitär gefärbten Druck von Seiten der Schule, die die junge Studentin in die politisch korrekte Gussform zu pressen suchte.
Wer hat denn eigentlich beschlossen, wir hätten nicht mehr die Freiheit, eine Gefahr mit unabsehbaren Folgen abzulehnen? Wer nimmt sich das Recht, uns GVOs aufzuzwingen und zu behaupten, diese seien nicht zu umgehen, und ihre Einführung auf globaler Ebene sei nur eine Zeitfrage? Wer anders als die obskuren Klüngel, die aus diesem Verbrechen Profit schlagen? Wer anders als sie, denen die Kommerzialisierung jedes neuen GVO ungeheure Gewinne an Geld und okkulter Macht einbringt?
Ist das die vielgepriesene Demokratie ? Ist das die „freie Welt“, der wir uns rühmen, während die individuelle Freiheit mit jedem Tag schwindet ?
Ich bedaure, meine Herren, ich mache nicht mit! Und ich bin nicht allein. Ich gehöre zu jenen, die ich als Vorreiter unserer Epoche bezeichne. Denn Vorreiter und nicht Rückständige sind die Menschen jeden Alters, die begriffen haben, dass der moderne Fortschritt, wie er uns durch die Verfechter des Einheitsdenkens aufgezwungen wird, nichts ist als ein unheilvolles Narrenspiel.
„Goldene“ Zukunft
Allein in Paris gerieten innerhalb weniger Jahre mehrere bekannte Bauwerke der Neuzeit wegen gravierender Mängel in den Brennpunkt der Oeffentlichkeit. So musste die vor nicht langer Zeit erbaute „Grande Arche de la Défense“ evakuiert werden – wegen alarmierender Risse im Gebäude. Die zur gleichen Zeit erstellte „Opéra Bastille“ wurde in Netze eingehüllt – zur Sicherung der Fassade, die sich zusehends ablöste und stückweise auf die Köpfe der Passanten herunterfiel. Und erst kürzlich sah man das kaum erst erstellte Gewölbe eines Terminals des Flughafens von Roissy innerhalb weniger Minuten bersten und einstürzen ! Ist es nicht ein Hohn, wenn man uns angesichts solcher Tatsachen den „unaufhaltsamen Vormarsch des Fortschritts“ einreden will? Während der „Pont du Gard“, vor zweitausend Jahren von unseren galloromanischen Vorfahren erbaut, noch immer steht ! – genauso wie die Pyramiden...
Sogenannte allwissende Technokraten belehrten uns vor einigen Jahrzehnten, die Nuklearenergie sei der Fortschritt schlechthin und, so schworen sie, völlig unschädlich. Und wir glaubten ihnen. Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, das versteht sich von selbst, genauso wenig wie sich die radioaktiven Wolken aufhalten lassen.
Heute schwört man uns – mit namhaften Wissenschaftlern als Sprachrohre – dass die GVO eine goldene Zukunft für uns bereithalten. Selbstverständlich sind auch sie unschädlich, sowie absolut unentbehrlich im Kampf gegen den Hunger in der Dritten Welt – ganz abgesehen von den medizinischen Wundern, die sie der Menschheit bescheren werden! …
Von der tiefgreifenden, unkontrollierbaren Schädigung der Umwelt, der Zerstörung der Artenvielfalt, der Ausrottung wildlebender Tiergattungen wird nicht gesprochen, so wenig wie von der Ausbreitung von Giften und neuen, schrecklichen Krankheiten, der programmierten Steriliät und den biologischen Waffen, um nur einiges zu nennen. All das wird in der Öffentlichkeitsarbeit der biotechnologischen Industrie kurzerhand unterschlagen. Diese Lobby ist derart organisiert, dass ihnen die humanitäre Erpressung gelungen ist!
Die fromme Lüge vom „Kampf gegen den Hunger“
Wenn heute die Amerikaner mit allen Mitteln versuchen, Europa gentechnisch manipulierte Produkte und andere technologische Monster aufzuzwingen, bedeutet dies dann, dass die Schweiz, Belgien, Deutschland, Frankreich, usw. unterentwickelte Länder sind? Die Amerikaner jedenfalls scheinen es so zu sehen. Sie betrachten uns abwägend und kaltblütig, wie Gauner ihre Opfer ins Visier nehmen.
In voller Absicht, in kluger Berechnung reden sie uns immer nur von genmanipuliertem Mais, Raps, Soja und Reis; denn die Vision wogender Getreidefelder, für die Rettung hungernder Völker bestimmt, wirkt auf uns humanistisch empfindende Abendländer überzeugender als die Vorstellung von Luxusgütern wie Forellen, Hummer und Lachs, welche per Definition nicht für die Ernährung der Sahel-Völker gedacht sind.
Indessen hat die amerikanische Firma A.F. PROTEIN einen gentechnisch veränderten Lachs „fabriziert“, indem sie das Wachstumshormon des Lachses mit einem DNA-Fragment einer anderen Gattung, nämlich des Flunders, vermischte. Resultat: die gentechnisch veränderten Lachse sind viel grösser, gleichzeitig aber deutlich weniger fruchtbar. Welchen Gefahren werden die Konsumenten ausgesetzt sein, wenn die amerikanische „Food and Drug Administration“ (Nahrungs- und Arzneimittelbehörde) die Vermarktung von gentechnisch veränderten Hummern, Forellen und Karpfen erlaubt? Die Frage bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass die natürlichen Arten schwere Schäden erleiden werden, vielleicht bis hin zur simplen und totalen Ausrottung.
Nach Ansicht von Forschern wird zum Beispiel die versehentliche (und absolut unvermeidbare!) Einführung von nur 60 genetisch veränderten Lachsen in eine natürlichen Population von 60'000 Individuen genügen, um diese in einem Zeitraum von 20 bis 30 Jahren auszurotten. Neben anderen Gründen ist die Tatsache ausschlaggebend, dass die Weibchen für die Paarung stets die grössten – also die gentechnisch manipulierten – Männchen auswählen, und dass genau diese viel weniger fruchtbar sind...
Todeskulturen
Doch kommen wir zurück zu den Mais-, Raps- und Sojakulturen, die ja bereits heute die traditionellen und biologischen Anbauten verseuchen. Dass dies nicht verhindert werden kann, liegt auf der Hand. Der Pollen reist! Er reist genauso wie die radioaktiven Wolken, auch wenn die Pflanzen selber mit den Wurzeln im Erdboden verankert sind. Der Pollen wird durch den Wind und durch Insekten über viele Kilometer hinweg befördert. Haben die genialen Köpfe der Biotechnologie dieses Detail übersehen ? Es wäre nicht ihr einziger verhängnisvoller Patzer!
Sind die gentechnisch veränderten Saaten schädlich für die Natur ? In England durchgeführte Studien bestätigen es eindeutig. Wissenschaftler haben festgestellt, dass in gentechnisch veränderten Rapsfeldern weit weniger Bienen und Schmetterlinge vorkommen. Es gibt ebenfalls viel weniger wilde Sträucher und Kräuter, lebenswichtig für die Kleintiere und Singvögel, insbesondere im Winter. Man weiss bereits sehr wohl, dass die gentechnisch veränderten Saaten für das Verschwinden unzähliger Pflanzen, Vögel und Insekten verantwortlich sind und somit die unerlässliche Artenvielfalt gefährden. Denn anstatt von gentechnisch verändertem Mais, Soja, Raps und Reis müsste man korrekterweise von Mais, Soja, Raps, Reis mit Insektiziden und Pestiziden sprechen, da die Pflanzen ja in diesem Sinne manipuliert sind und bereits ihr Genmaterial das Gift gegen die wildlebenden Organismen enthält. Kein Wunder, findet man in diesen Todeskulturen kaum noch Bienen oder Mohnblumen!
Neben vielen anderen werfen diese Beispiele ein grelles Licht auf die Gefährlichkeit der GVOs. Wie die Atomkraft, wie AIDS, lassen sie sich nicht in den Labors einsperren. Sie brechen aus, sogar die nicht im Freien ausgesäten. Unwiderruflich werden sie sich verbreiten, das Wildleben auslöschen und damit das empfindliche, von der Natur in Hunderttausenden von Jahren aufgebaute Gleichgewicht zerstören, während die armen, vom Menschen schon so furchtbar misshandelten Haustiere zu blossen patentierten Produkten degenerieren.
Ein weltweites gentechnisches Zwangsregime
Unter der hochgehaltenen Fahne der « Freien Welt » benützen die USA die WHO (Welthandelsorganisation) schamlos als Instrument zur Schaffung eines weltumspannenden gentechnischen Zwangsregimes, das sich ganz in den Dienst der grossen Industrieunternehmen und Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut stellt. Zweifellos „zu deren Wohl“ haben die USA zahlreichen Ländern, die die Einfuhr von GVOs verbieten oder zumindest eine „Spurensicherung“ und eine klare Etikettierung fordern wollten, mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht. So ist es Bolivien, Sri-Lanka oder Thailand ergangen. Amerika will vor allem verhindern, dass die Konsumenten frei entscheiden und die verschiedenen Länder sich für das Vorsorgeprinzip entscheiden können. Gott sei Dank scheint dies schwieriger als erwartet. Sogar in den GVO - Produktionsländern selbst verlangen die Konsumenten das Recht auf Entscheidungsfreiheit. In kürzlich durchgeführten Meinungsumfragen haben sich mehr als 50 % der befragten Amerikaner gegen die GVOs ausgesprochen und würden diese Produkte nicht kaufen, wenn sie entsprechend bezeichnet wären. In Frankreich sind es 75 %, ebenso in Kanada und Australien, wo, genau wie in Europa, die Mehrheit der Landwirte gegen die GVOs ist.
Leider arbeitet die WHO, wie allgemein bekannt ist, den multinationalen Firmen in die Hände. Die WHO vertritt die Interessen des Handels, nicht die Interessen der Umwelt, und ihre Vorschriften dienen in erster Linie der Umgehung oder Annullierung internationaler Vorschriften zum Schutz der Natur, denn diese behindern die Verfechter der Biotechnologie. Ränkespiele und Machtkämpfe bilden den Hintergrund dieser beängstigenden Realität. Weil Tierfuttermittel sogar in Ländern, die GVOs ablehnen, nicht etikettiert sind, können Fleisch, Eier, Milch, Käse, usw. – ohne unser Wissen von Tieren stammen, die mit GVO-haltigen Futtermitteln ernährt wurden. So werden wir zwangsweise mit Produkten vollgestopft, die wir unter allen Umständen ablehnen! Wer will hier noch von Freiheit reden?
Unter dem Mantel der „guten Absicht“
Dass die hochgespielte „humanitäre“ Zielsetzung nur ein Vorwand ist, erhellt auch die Tatsache, dass das im September 2003 in Kraft getretene Protokoll über die Bio-Sicherheit, ein erstes internationales Wachsamkeitsabkommen betreffend den Handel mit GVOs, von 87 Ländern ratifiziert wurde, deren Mehrheit aus Entwicklungsländern besteht, während die wichtigsten GVO-Exportländer das Protokoll nicht ratifizierten. Mit anderen Worten: Die GVO-Produktions- und Ausfuhrländer sind (selbstverständlich) für den unkontrollierten Handel mit GVOs – die Länder, denen diese „Segnungen“ zugedacht sind, wehren sich dagegen. Damit scheinen mir die humanitären Argumente klar widerlegt und die wahren, schäbigen Beweggründe der GVO-produzierenden Industrie entlarvt zu sein.
Unterdessen hat es das mörderische Paar Handel/Technologie in der Kunst der Lüge und der Manipulation zur Meisterschaft gebracht. Das System – überwiegend amerikanisch, wie einmal mehr festgehalten werden muss – besteht darin, Türen, die man ihnen nicht freiwillig öffnet, mit allen Mitteln einzurennen, wenn nötig auch mit unehrenhaften, doch immer unter dem Mäntelchen der „guten Absichten“, mit denen bekanntlich der Weg zur Hölle gepflastert ist.
Professionell manipulierte Meinung
Die Strategie des „Werbehammers“, wie sie heute die mächtigen Fabrikanten und Exporteure von GVOs praktizieren, wurde schon 1913 durch einen Neffen Freuds, Edward Bernay, theoretisiert. Seither sind diese Methoden auf diabolische Weise perfektioniert worden und manipulieren nun die öffentliche Meinung über Presse, Radio, Fernsehen und Kino. Jean-Pierre Barlan, Forschungsdirektor am INRA (Institut National de la Recherche Appliquée, Nationales Institut für angewandte Forschung), ruft in einem Artikel im „Ecologiste“ einige der von Edward Bernay aufgestellten Prinzipien in Erinnerung. Es sind Lehrsätze, die zu denken geben:
„Unsere Demokratie muss eine Demokratie sein, die von einer intelligenten Minderheit verwaltet wird, einer Minderheit, die weiss, wie man die Massen einreiht und führt.“
Das glitschige Terrain der Risiken für Gesundheit und Umwelt gilt es sorgfältig zu meiden. Die Konsumenten müssen zur Akzeptanz der GVOs bewogen werden „mit Hilfe derer, die das Vertrauen der Öffentlichkeit geniessen.“
Die GVO-produzierende Industrie soll sich einzig darauf konzentrieren, erbauliche Geschichten und Symbole zu verbreiten, die „eine Botschaft von Hoffnung, Befriedigung, Selbstachtung und Nächstenliebe vermitteln“.
Verstehen Sie nun, warum man uns einreden will, dass gentechnisch veränderter Mais in erster Linie der „Herstellung von Medikamenten“ diene ? Um unser Gewissen zu beruhigen ... und uns über den Tisch zu ziehen ! Plötzlich versteht man, warum die besten Kunden der PR-Firmen auch die grössten Zerstörer der Umwelt und der Gesundheit sind ! Es sind Tabakproduzenten, die Hersteller von Asbest, von Agrochemie, Atomenergie etc., etc. Um die irreparablen Schäden an Leib und Leben zu vertuschen, präsentieren uns die PR-Firmen diese als menschen- und umweltfreundliche Erfolge. Wir lassen uns betören – und schon sitzen wir in der Falle !
„Schöpferkrankheiten“ als Waffen
Unter dem Vorwand, der öffentlichen Gesundheit zu dienen, bebaut die Firma MORPHOTEK unter freiem Himmel ein Feld mit Pflanzen, die das Darmkrebs-Gen enthalten. Ein einfacher Kontakt mit dem Protein dieses Gens kann schwerwiegende immunologische Folgen haben und tiefgreifende Schädigungen bewirken.
Gentechnisch veränderte Pflanzen produzieren chemische Substanzen wie Impfstoffe, Wachstumshormone, Antikörper, Verhütungsmittel, Gerinnungsmittel, Immunisierungssperren, Abtreibungsmittel, die als chemische Waffen eingesetzt werden können. Verglichen mit den atomaren und chemischen Waffen „stellen die biologischen Waffen die weitaus grössere Gefahr dar, denn sie können so tödlich sein wie Atomwaffen, sind aber viel leichter zu beschaffen“, wie man in einem Artikel der Zeitschrift „Nature Genetics“ lesen kann. So ist es einem Biologiestudenten ohne weiteres möglich, einer beliebigen Pflanze ein äusserst gefährliches, verändertes Gen einzuverleiben. Die „Jason-Group“, eine Gruppe von Wissenschaftlern, bewies Ende der Neunzigerjahre in einer Studie, dass neben anderen Gefahren auch „schleichende“ Viren heimlich in die Genome einer bestimmten Bevölkerung eingebracht und später durch ein Signal aktiviert werden können. Gewisse andere Manipulationen führen zum Tod der Zelle. Die GVO-Technologien „Terminator“ und „Traitor“ benützen diese Techniken zur Schaffung sogenannter „Schöpferkrankheiten“. So haben sowjetische Forscher in die Anthrax-Bakterie Gene eingeführt, die Widerstandskräfte gegen Antibiotika entwickeln. Es liegt auf der Hand, dass diese „Basisforschung“ auch für die Entwicklung biologischer Waffen benützt werden kann, welche noch wirksamer sind als der Stamm des natürlichen Anthrax.
Eine Frage der Motivation
Der potentielle Nutzen der GVOs auf medizinischem Gebiet könnte bestenfalls in der Herstellung von preisgünstigeren Medikamenten, vor allem Impfstoffen liegen. Doch stellt man dem möglichen Nutzen der sogenannten therapeutischen GVOs ihre erschreckenden Risiken für Gesundheit und Umwelt gegenüber, so überwiegen diese in grossem Ausmass die fragwürdigen Vorteile. Sicher ist auf jeden Fall, dass die Aussaat solcher Organismen auf freiem Feld, wo ihre Ausbreitung unvermeidbar ist, unter allen Umständen verboten werden muss. Doch wie könnte man von Kreisen, die auch abgereichertes Uran, Senfgas, „Agent Orange“ und „Engelstaub“ gegen die lebende Welt einsetzen, diese elementare Weisheit erwarten ?
Dennoch ist die Technobiologie, die uns überrollen will, ebensowenig eine Fatalität wie einst der Einbruch der Barbaren in Europa. Aber sie i s t ein Einbruch in unseren Kontinent, und weit gefährlicher als die Hunnenheere des vierten Jahrhunderts. Unsere angestammte Zivilisation, unsere Kultur, unsere Natur – unsere ureigensten Werte und Weisheiten sind heute von Barbaren bedroht, die ihren „Way of Life“ als Kampfmittel einsetzen. Wie Wasser unbemerkt in ein Haus eindringt, hat dieses Gift bereits in vielen Bereichen unseres Lebens verborgenen Einzug gehalten, unterhöhlt unsere Grundfesten und droht uns endgültig zu ertränken, uns, unsere Bäume und unsere Tiere.
Und doch – mutige Völker haben es immer wieder unternommen, und oft auf wunderbare Weise fertiggebracht, barbarische Invasionen zurückzuschlagen. Sie haben damit bewiesen, dass auch das anscheinend Unabwendbare besiegt werden kann. Wir k ö n n e n die GVOs aus unserer Welt vertreiben. Es ist eine Frage der Motivation, des Mutes und der Ausdauer.
Alika Lindbergh
(aus dem Französischen übertragen von Judith Weber)
erschienen im JOURNAL FRANZ WEBER No 69 (Juli/Aug./Sept. 2004)
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