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Lieber Mitmensch
Sind rote Beten roh schädlich, und braucht der Mensch wirklich isolierte Vitamine?
Kann roher Broccoli Krebs erzeugen, und sind synthetische Vitaminpackungen für die Gesundheit unerlässlich?
Da habe ich neulich folgende E-Mail erhalten, von einer Frau, die mit Recht verunsichert war:
Hallo, lieber Urs,
bitte schau Dir doch mal untenstehende Mail an, die ich bekommen habe, und die mich ganz ratlos macht. Ist da wirklich was dran? Oder wie muss man argumentieren? Dein roher Broccolisalat mit Avocadocreme und Sesam ist einer meiner Lieblingssalate, und rote Beete roh hat doch schon Walker so empfohlen. Ich bin jetzt sehr verunsichert. Denn man kann ja ohne gutes Gegenargument auch nicht einfach sagen, die Aussage der Wissenschaftler sei falsch.
Würde mich über eine Antwort sehr freuen!
Hast Du davon schon mal was gehört:
1.) Oxalsäure. Sie bindet das Kalzium, so dass es nicht mehr für
die Knochen zur Verfügung steht. Viel Oxalsäure ist in roter Beete,
Rhabarber oder auch Spinat enthalten. Sie wird aber zum Glück durch
Kochen teilweise vernichtet. Daher sollten Sie diese Lebensmittel
nicht roh zu sich nehmen.
Übrigens fördert Oxalsäure auch die Bildung bestimmter Gallen- und
Nierensteine.
2.) Indol-3-Cabinol ist ein natürlicher Abwehrstoff im Brokkoli und
fördert Krebs. Es wirkt im Prinzip genauso wie das Sevesogift Dioxin.
Zerstört wird dieser Stoff allerdings durch Erhitzen.
Herzlichen Gruß
So etwas kommt von so genannten Wissenschaftlern einer deutschen Universität. Da drängt sich mir die Frage auf: "Wer hat diese Studie finanziert?"
Hier meine Antwort:
Ja es hat Oxalsäure in der roten Bete und im Spinat, aber die kann dir nichts anhaben, da sie in Verbindung mit den andern Stoffen, die es noch in der roten Bete hat, steht. Die rote Bete besteht ja nicht nur aus Oxalsäure. Da ist wieder mal was aus dem Zusammenhang gerissen worden und präsentiert sich dadurch sehr falsch. Fleisch enthält einiges mehr an Oxalsäure als rote Bete oder Spinat usw.
Zudem produziert der Körper auch Oxalsäure durch den Zerfall der Zellen. Sobald Purine freigelegt werden entsteht Oxalsäure. Eine Vergiftung mit Oxalsäure hätte eine hemmende Wirkung auf die Resorption von Kalzium im Dünndarm. Um eine solche Vergiftung zu bekommen, müsstest du enorme Mengen verzehren.
Das mit dem Broccoli ist genau der gleiche Fehler. Indol ist eine organische Verbindung, die auch im Darm als Produkt der Eiweisszersetzung vorkommt. Wichtig zu wissen ist, dass viele Substanzen isoliert anders reagieren als in Verbindungen.
Diese Gemüse enthalten jedoch eine Menge wertvoller Substanzen, die der Gesundheit zuträglich sind wie zum Beispiel Vitamine, welche für ein Gleichgewicht sorgen.
Die Stoffe, die durch das Kochen entstehen, und die es sonst in der Natur nicht gibt und dadurch Krebsförderer sind, darüber jedoch schweigt man sich aus. Der Körper hat eine natürliche Sperre, die den Verzehr von übermässigen Mengen an rote Bete oder Broccoli im Rohzustand stoppen würde, die jedoch für gekochte Speisen nicht da ist.
Liebe beruhigende Grüsse aus der Schweiz
Übrigens kenne ich Landwirte, die den Kühen rohe rote Bete füttern und mir bestätigten, dies wirke sich positiv auf die Milchproduktion aus. Gerade Milchkühe haben einen enormen täglichen Kalziumbedarf.
Ich möchte mich jetzt mal den Vitaminen zuwenden, da ich immer wieder gefragt werde, ob man denn bei Rohkost unbedingt zusätzlich Vitamine benötigt.
Vitamine
Das Wort Vitamine kommt von dem lateinischen Wort Vita „Leben“ und von Amine, was soviel wie „organische Verbindungen“ heisst.
Die Vitamine sind organisch für Mensch und Tier mehr oder weniger obligate Verbindungen, welche über die Nahrung aufgenommen, oder durch Darmbakterien erzeugt werden. Neben Mikroorganismen erzeugen primär die Pflanzen Vitamine. Vitamine sind wichtige Wirkstoffe, für einen geordneten Lebensablauf. Mangel oder gar Fehlen von einzelnen Vitaminen kann Krankheiten hervorrufen, wie zum Beispiel die klassischen Vitaminmangelkrankheiten: Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis Keratomalazie oder bei B12 Mangel, perniziöse Anämie.
Vitaminmangel zeigt sich aber bereits schon früher wie beispielsweise Zahnfleischbluten, Müdigkeit, Haarausfall, Stoffwechselstörungen, Sehstörungen, Hormonstörungen oder bei Mangel von Vitamin E können sogar Störungen in der Fortpflanzungsfähigkeit auftreten.
Künstlich hergestellte Vitamine können dem Bedarf auf die Dauer nicht gerecht werden, sondern lediglich zu einer momentanen Überbrückung dienen. Die Komplexität und das Zusammenwirken einzelner Stoffe in einem lebenden Organismus, wie es frische Pflanzen und Früchte darstellen, ist weit verschieden von einem im Glas chemisch produzierten Mittel. Zudem hat eine Untersuchung von synthetischen Vitaminpräparaten ergeben, dass diese noch viele weitere Chemikalien enthielten, welche laut dem amerikanischen Allergologen Theron G. Randolph allergische Reaktionen bereits in geringsten Mengen auslösen können.
Das Leben ist ein hochkomplexes Zusammenspiel verschiedenster Komponenten, welches durch extreme Einflüsse erheblich gestört werden kann. Erhitzen, wie dies beim Garen der Speisen erforderlich ist, bedeutet für mich ein extremer Eingriff, da wir schon von der Physik in der Schule her wissen, dass Hitze chemische Veränderungen herbeiführt.
Durch das Erhitzen der Speisen leiden verschiedene Vitamine beträchtlich und deren Gehalt im Essen wird dadurch stark reduziert.
Ungefährer Verlust der Vitamine beim Kochen:
| Vitamin A |
10 - 30 % |
| Vitamin B12 |
45 - 55 % |
| Vitamin C |
70 - 80 % |
| Vitamin E |
50 % |
| Biotin |
70 % |
| Folsäure |
80 - 95 % |
| Inositol |
80 - 90 % |
| Lezithin |
bis 100 % |
| Pantothensäure |
30 - 40 % |
| Riboflavin |
40 - 50 % |
| Tiamin |
30 -45 % |
Übrigens ist bewiesen, dass fröhliche und glückliche Menschen einen geringeren Vitaminbedarf haben als gestresste und unglückliche Menschen. Ich glaube aber, dass dies nicht nur bei den Vitaminen der Fall ist. Achten Sie doch mal bei sich selbst darauf, wann Sie vitaler sind.
Die „Welt der Wissenschaft“ meint:
Vitaminpillen sind kein Ersatz für Obst und Gemüse!
Allein gesunde Ernährung kann vor Krebs und Herzinfarkt schützen
Die regelmässige Einnahme von Vitamintabletten kann weder vor Krebs noch vor einem Herzinfarkt schützen. Das belegen drei Studien, die jetzt im US Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurden.
Jahrelang waren Experten davon ausgegangen, dass die tägliche Zufuhr hochdosierter Vitaminpräparate – insbesondere waren damit die Vitamine A, E und C gemeint – vorbeugend wirkt. Die Folge dieser Annahme war, dass besonders in den Industrieländern der Absatz von Vitamintabletten steil anstieg und es teilweise sogar zu Versorgungsengpässen kam.
Erste Zweifel an der Wirksamkeit der Vitaminpillen kamen 1984 auf, als die vom Nationalen Krebsinstitut der USA und dem Institut für das öffentliche Gesundheitswesen Finnlands unterstützte so genannte ATBC-Studie durchgeführt wurde. 29000 Raucher in Finnland waren über mehrere Jahre entweder mit Vitamin E oder Beta-Karotin (einer Vorstufe des Vitamins A) oder aber, ohne es zu wissen, mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt worden. Fünf bis acht Jahre nach Beginn der Studie zeigte sich jedoch, dass in der Vitamingruppe die Zahl der Krebsfälle nicht niedriger, sondern deutlich höher als in der Placebogruppe ausfiel. In der Beta-Karotin-Gruppe stieg die Zahl der Lungenkrebsfälle, in der Vitamin-E-Gruppe nahm die Zahl der Schlaganfälle zu.
Dieses Resultat überraschte viele Gesundheitsexperten. Sie waren davon ausgegangen, dass besonders die Vitamine A und E die Entstehung von Krebs und Arterienverkalkung verhindern könnten. Auf zellulärer Ebene, so die Annahme, würden diese Vitamine die so genannten freien Sauerstoffadikale neutralisieren und damit antioxidativ wirken. Doch inzwischen haben Untersuchungen gezeigt, dass die Einnahme selbst relativ hoher Dosen der Vitamine A und E für die Vorbeugung von Krebs und Herzleiden offenbar ungeeignet ist.
Die in den USA an 18000 Rauchern und Asbestarbeitern durchgeführte Caret-Studie (Beta Carotine and Retinol Efficacy Trial) wurde abgebrochen. Die Zwischenergebnisse hatten nämlich gezeigt, dass die Einnahme von Beta-Karotin-Tabletten die Zahl der Lungenkrebserkrankungen um 28 Prozent ansteigen liess. Diese Notbremsung wurde unter ausdrücklichem Hinweis auf die Ergebnisse der finnischen ATBC-Studie durchgeführt. Ausserdem hatte die PHS-Studie (Physicians Health Study) mit mehr als 22000 gesunden US-Ärzten keine Vorteile durch die Einnahme von Vitaminen gezeigt. Das britische Fachblatt „The Lancet“ kam daher zum Schluss, dass Vitamintabletten eine gesunde Ernährung offenbar nicht ersetzen können.
In der dritten, gleichzeitig mit der Caret- und PHS-Studie veröffentlichten Untersuchung, kamen US-Forscher zu der Erkenntnis, dass die Einnahme der Vitamine A und C einem Herzinfarkt nicht wirksam vorbeugen kann. Die an 34486 Frauen nach den Wechseljahren durchgeführte Studie zeigte, dass allein der Konsum Vitamin-E-reicher Nahrung die Zahl der Herztode um mehr als die Hälfte senken konnte. Dieser positive Effekt konnte aber nicht festgestellt werden, sobald die Frauen Vitamin-E-Tabletten eingenommen hatten.
Die Daten zeigten, so schreiben zwei US-Experten in einem Kommentar im „New England Journal of Medicine“, dass die Vitamine offenbar weder Krebserkrankungen noch einen Herzinfarkt verhindern können. Sie erinnern daran, dass die Vitamintherapie aus Beobachtungen abgeleitet worden sei, bei denen sich eine Verbindung zwischen dem Verzehr grosser Mengen von Obst und Gemüse und dem selteneren Auftreten von Krebsfällen gezeigt hatte. Vermutlich handle es sich dabei um ein bedauerliches Missverständnis.
Damit der Körper die Vitamine einsetzen kann, braucht es die Dreierverbindung: Vitamin – Enzym – Protein. Vitamintabletten könnten den Nutzeffekt von Obst und Gemüse eben nicht einfach imitieren. Denn diese enthalten eine Vielzahl bislang noch kaum erforschter Substanzen, die anstelle der Vitamine für die positive Wirkung auf die Gesundheit des Menschen verantwortlich sind.
Die grossen Versprechungen der Werbung für Multivitaminpräparate von der Industrie gehen trotz dieser Erkenntnis unvermindert weiter. Die Angstmache übrigens auch. Frei nach dem Motto: Wo kein Bedürfnis ist, da schafft man welches, Hauptsache es gibt viel Geld. Auf den gewöhnlichen Broccoli gibt es halt kein Monopol.
Die zuverlässigste Wissenschaft ist das Wissen, das vom Leben geschafft.
Und nun die Rezepte:
Feigenmilch
| Menge | Einheit | Zutat |
| 1/2 |
lt |
Wasser |
| 1 |
EL |
Mandelpurée |
| 1 |
St |
Banane |
| 2 |
St |
Feigen frisch |
| 2 |
TL |
Leinöl |
| 1 |
MS |
Vanille |
| 1 |
MS |
Zimt |
Die Zutaten in den Mixer geben und gut verarbeiten.
Tip: Wenn dieser Milch eine Prise Cayenne beigegeben wird, kann die orientalische Note hervorgehoben werden.
Broccolisuppe mit Kokos
| Menge | Einheit | Zutat |
| 2 |
St |
Mittlere Broccoli |
| 2 |
St |
Tomaten |
| 1/2 |
St |
Kokosnuss |
| 1 |
EL |
Mandelpurée |
| 1/2 |
lt |
Wasser |
| 1 |
TL |
Nährhefe |
| - |
NB |
Italienische Gewürzkräuter |
Die Kokos halbieren, die Flüssigkeit in den Mixer geben und das Nussfleisch auslösen. Das Nussfleisch reiben oder fein schneiden und ebenfalls in den Mixer geben. Den Broccoli zerkleinern und mit den restlichen Zutaten im Mixer verarbeiten. Garnieren mit roten Paprikawürfeln.
Tip: An Stelle von frischer Kokosnuss kann auch Kokosraspel verwendet werden.
Pastinaken Sushi
| Menge | Einheit | Zutat |
| 1 - 2 |
St |
Pastinaken je nach Grösse |
| 1 |
St |
Karotten |
| 2 |
St |
Nori Sushiblätter |
| 1 |
TA |
Kokosflocken |
| 1 |
TL |
Nährhefe |
| - |
NB |
Kristallsalz |
| 1 |
LS |
Johannesbrotkernmehl |
| - |
NB |
gehackte Petersilien |
Die Pastinaken fein reiben. Die Kokosflocken beimengen. Das Ganze würzen. Nun das Johannesbrotkernmehl zum Binden dazugeben. Johannesbrotkernmehl ist ein Pektin aus den Samen der Carob. Die Masse gut durchkneten und in die Sushiblätter einrollen. Die Karotten schälen und in feine Streifen schneiden. Diese Streifen auf die Teller streuen und die Petersilie dazu. Nun die Sushi in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Diese Sushi werden auf die bestreuten Teller angerichtet. Bei Schrägschnitt liegend und bei Querschnitt stehend.
Tip: Eine Frenchdressing mit Safran eignet sich sehr gut dazu.
Tip: An Stelle von frischer Kokosnuss kann auch Kokosraspel verwendet werden.
Sonnenblumensprossen mit Wakame
| Menge | Einheit | Zutat |
| 100 |
gr |
Sonnenblumensprossen |
| 1 |
TA |
Wakame eingeweicht |
| 1/2 |
TA |
gehackte Nüsse |
| 3 |
EL |
Rapsöl |
| 1 |
TL |
Tamari |
| - |
NB |
etwas Muskat (am besten aus der Mühle) |
| |
NB |
Kristallsalz |
Die Sonnenblumensprossen mundgerecht klein schneiden. Ebenfalls die Wakame in mundgerechte, löffelbreite Streifenschneiden. Nun alle Zutaten zusammen vermengen und anrichten. Das Gericht kann mit Streifen von Roter Bete garniert werden.
Wichtig ist dass das Gericht sofort serviert wird.
Für diejenigen, die es nicht lassen können!
Mandelschockolade
| Menge | Einheit | Zutat |
| 3 |
EL |
Mandelpurée |
| 1 |
EL |
Carob |
| 1 |
EL |
Honig |
| 1 |
LS |
Vanille |
| 1 |
MS |
Zimt |
Alle Zutaten gut verrühren bis eine feste formbare Masse entsteht. Diese Masse in Klarsichtfolie flach ausrollen. Nun mit dem Messerrücken rillen einkerben wie bei einer Tafel Schokolade. In der Folie eingeschlagen ca. 3 Std. einfrieren.
Die Kursteilnehmer haben gesagt, dass dies besser schmeckt als richtige Schokolade.
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